Bretagne, Frankreich
Kohlarten, Artischocken und Küstengemüseproduktion für kühle Klimazonen
Die Bretagne – die zerklüftete Atlantikhalbinsel im Nordwesten Frankreichs – ist der größte Produzent von Kaltwettergemüse des Landes, insbesondere von Blumenkohl, Artischocken und anderen Kohlgewächsen, die für das milde Seeklima geeignet sind.
Um Bretagne
Die Bretagne – die zerklüftete Atlantikhalbinsel im Nordwesten Frankreichs – ist Frankreichs größter Produzent von Wintergemüse, insbesondere Blumenkohl, Artischocken und anderen Kohlsorten, die sich für das milde Seeklima eignen. Die Region produziert rund 80 % des französischen Blumenkohls und den größten Anteil der französischen Artischocken. Die Küste des Cotentin und der nördlichen Bretagne ist außerdem für ihre Zwiebelspezialitäten bekannt, darunter die Rosé de Roscoff (Oignon de Roscoff AOP) – eine flache, rosarote, süße Zwiebel, die traditionell von den fahrenden Zwiebelhändlern „Onion Johnny“ verkauft wurde, die im 19. und 20. Jahrhundert von der Bretagne aus auf britische Märkte lieferten. Auch der bretonische Kohlanbau ist bedeutend, und der in der regionalen Küche verbreitete, brüchige Flachkohl unterscheidet sich etwas von den Kohlsorten aus dem Landesinneren Europas. Die Landwirtschaft ist stark familiengeführt und eng mit Genossenschaften verbunden; die landwirtschaftlichen Genossenschaften der Bretagne üben politischen Einfluss auf die französische Landwirtschaft aus. Das maritime Klima (kühl, feucht, vom Atlantik gemildert) ist ideal für Wintergemüse – es behält seine Qualität auf dem Feld länger als unter kontinentalen Bedingungen und bringt insbesondere hervorragende Winterkohlsorten hervor. Die Bretagne verfügt zudem über eine bedeutende Fischereiindustrie und eine unverwechselbare regionale Küche (Galettes, Kouign-Amann, frische Meeresfrüchte), die vom Gemüseanbau profitiert.
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Leitartikel Notizen
Die Oignon de Roscoff AOP – die rosafarbene, flache, süße Zwiebel aus einem bestimmten Gebiet im Nordwesten der Bretagne – blickt auf eine der interessantesten Agrargeschichten Europas zurück. Von den 1820er-Jahren bis etwa in die 1970er-Jahre reisten die sogenannten „Zwiebelverkäufer“ aus Roscoff mit Boot und Fahrrad über den Ärmelkanal und verkauften geflochtene Zwiebelstränge in ganz Großbritannien von Tür zu Tür. Die Erinnerung an die Zwiebelverkäufer in den britischen Küstenstädten reicht weit vor die modernen, globalisierten Lieferketten für Agrarprodukte zurück. Die Sorte wird heute nach AOP-Standards im Gebiet Roscoff angebaut und ist nach wie vor eine regionale Spezialität und kein industriell gefertigtes Exportprodukt.